Ein Wohnzimmer mit Bilderrahmen aufwerten

„Etwas sollte im Rahmen bleiben.“ Diese Phrase für den gesellschaftlichen und sozialen Umgang besitzt für eine vernünftige oder angepasste Kommunikation unter Menschen nach wie vor ihre Berechtigung. Hergeführt wird die Bildsprache dieses Satzes tatsächlich aus dem Zusammenhang von Bild + Rahmen + Umgebung. Alle drei Komponenten ergeben in der richtigen Zusammensetzung ein stimmiges und harmonisches Gesamtbild, sowohl in der Rhetorik wie in der Einrichtung privater und gewerblicher Räume. In Bezug auf die Einrichtung stellt der Rahmen die Vermittlerrolle zwischen Raumgestaltung und Bildinhalt dar, wobei der Vielfalt bei Materialien und deren Form für Rahmen kaum Grenzen gesetzt sind.

Welche Bilderrahmen und Materialien gibt es?

Technisch gesehen kann alles, was fest genug ist, zum Rahmen werden: Beton und Stahl geben beispielsweise einem Gebäude einen Rahmen, manchmal sichtbar, meist jedoch verkleidet. Aus ökonomischen und ästhetischen Gründen eignen sich diese Materialien jedoch eher weniger für Bilderrahmen. Hier bleiben die Klassiker die Favoriten, wobei selbst moderne Materialien wie Aluminium und Glas schon so viele Jahrzehnte als Material für Bilderrahmen dienen, dass auch sie mittlerweile zu den Klassikern zählen. Eine Liste der bevorzugten Materialien für Bilderrahmen beziehungsweise Bildhalter könnte folgendermaßen aussehen:

• Holz
• Aluminium
• Glas
• Kunststoff
• Gips

Da es keine verwertbare Statistik dafür gibt, welches Material in welcher Häufigkeit für Bilderrahmen verwendet wird, lässt sich die Liste nicht nach Beliebtheit sortieren. Vielmehr richtet sich die Gestaltung der Bilderrahmen nach den Möglichkeiten, die das Material bietet, wobei es nicht allein die technische Umsetzung ist, die für einen guten Bilderrahmen verantwortlich ist, sondern ebenso Optik und Haptik des Materials. Holz etwa bietet sich genauso für den schlichten, einfach gehaltenen wie auch den opulenten Bilderrahmen im Barockstil mit überquellendem Schnitzwerk an. Glas hingegen wird überwiegend für rahmenlose Bildhalter verwendet, obwohl dessen Möglichkeiten damit keineswegs ausgeschöpft sind. Bilderrahmen aus hochwertigem Aluminium besitzen meist eine modernistische Ausprägung und Gips verleiht überwiegend sakralen Inhalten einen festen, mit dem Mauerwerk verbundenen Rahmen. Über Kunststoff lässt sich ebenfalls nur Gutes berichten: preisgünstig, vielseitig und fast überall zu finden. Genau das ist aber auch der Knackpunkt, zumindest bei Bilderrahmen, welche die Wertigkeit einer Einrichtung unterstützen sollen.

Der passende Rahmen zu Bild und Raum

Nur wenige Menschen kombinieren bei ihrer Bekleidung zum Beispiel ein Sakko mit einer Trainingshose. Genauso wenig sollten sich in der Raumgestaltung Diskrepanzen auftun, es sei denn, der Unterschied zwischen Bilderrahmen und Umgebung ist absichtlich provoziert, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dabei sollte die Wertigkeit der Gegensätze jedoch gewahrt bleiben. Ein Poster mit einer Comic-Grafik in einem rahmenlosen Bildhalter in eine Biedermeier-Einrichtung zu integrieren, wäre womöglich zu viel der Gegensätze. Einen Impressionisten im Barock-Rahmen in einem Raum des Bauhaus-Stiles aufzuhängen hingegen kann gelingen.

Im Großen und Ganzen orientiert sich der Mensch in einem begrenzten Raum an geometrischen Formen und sucht hier unbewusst die Harmonie. Darum kombinieren sich Geraden mit Geraden gut und Kurven mit Kurven. Selbst das unbestimmte und vielgeschmähte „Gelsenkirchener Barock“ besaß eine geometrische Grundidee, etwa in Form von Nierentischen oder Schnitzwerk am Schlafzimmerschrank.

Ein Bilderrahmen kann einem Raum eine völlig neue Atmosphäre verleihen, weil er einen Anziehungspunkt in Augenhöhe darstellt, einen Blickfang, dessen Gestaltung auf die übrige Einrichtung ausstrahlt.

Kreativität: eine lohnende und preiswerte Investition

Wir leben im Zeitalter der Fotografie, der bildlichen Darstellung, leider jedoch überwiegend auf Festplatten und Speicherkarten geparkt. In der richtigen Kombination lassen sich hieraus hervorragende und einzigartige Wandgestaltungen machen. Beispielsweise ein Mosaik aus Holz- und Aluminiumrahmen in quadratischer Form, abwechselnd neben- und untereinander aufgehängt, ein Kaleidoskop der Fantasie oder des eigenen Lebens. Wenn dabei noch der goldene Schnitt bezüglich der Raumgeometrie sowie die Farbgestaltung beachtet werden, kann es sich durchaus lohnen, die übrige Einrichtung auf die Bilderrahmen auszurichten. Sie, die Bilderrahmen, werden so oder so immer der Mittelpunkt sein.